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		<title>Leipziger Gewandhaus &#8211; Rückblick auf ein außergewöhnliches Konzert</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jul 2025 15:52:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gewandhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[Die kürzlich zu Ende gegangene Konzert-Saison im Leipziger Gewandhaus bot viele Höhepunkte – allen voran das ehrgeizige und gut gelungene Schostakowitsch-Festival. Ich möchte nun aber über ein „Großes Konzert“ sprechen, welches am 24./25. April stattfand und von dem tschechischen Dirigent Peter Popelka geleitet wurde. Es fiel deshalb aus dem Rahmen des Üblichen, weil an jenen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die kürzlich zu Ende gegangene Konzert-Saison im Leipziger Gewandhaus bot viele Höhepunkte – allen voran das ehrgeizige und gut gelungene Schostakowitsch-Festival.</p>
<p>Ich möchte nun aber über ein „Großes Konzert“ sprechen, welches am 24./25. April stattfand und von dem tschechischen Dirigent Peter Popelka geleitet wurde. Es fiel deshalb aus dem Rahmen des Üblichen, weil an jenen Abenden zwei Werke erklangen, die noch nie vom Gewandhausorchester gespielt wurden.</p>
<p>Zum einen war dies der etwa 10minütige „Eklat für 15 Instrumente“ des französischen Dirigenten und Komponisten Pierre Boulez (1925-2016), und zum anderen die knapp einstündige Ballett-Suite „Der holzgeschnitzte Prinz“ des ungarischen Komponisten Béla Bartók (1881-1945).</p>
<p>Zu diesen beiden Werken fand ich leider keinen Zugang. Um den „Eklat“ von Boulez zu verstehen, hätte ich mich mit der seriellen Musik des vorigen Jahrhunderts vertraut machen müssen. Und das „Tanzspiel“ von Bartók enthielt zwar viele schöne Melodien (entnommen den ungarisch-rumänischen Volkstänzen); doch auf Grund der komprimierten Gestaltung der Themen erschien mir die Suite zu lang.</p>
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<p>Zwischen den beiden Stücken erklang &#8211; als Glanzpunkt des Abends &#8211; das 2. Klavierkonzert von Maurice Ravel (1875-1937). Es war schon des öfteren im Gewandhaus zu hören und ist mir allein von daher sehr vertraut.</p>
<p>Dieses Konzert gehört zu den Spätwerken Ravels und zeichnet sich durch seine Gegensätze aus. Im ersten und im dritten Satz verarbeitet Ravel die neuen Musikstile, die er auf seinen Reisen in die USA kennengelernt hatte. Manches erinnert vom Klang her an seinen „Boléro“, mitunter geht es sogar in den Jazz über. Und zwischen den beiden virtuosen Sätzen steht ein meditatives Adagio, welches durch Schönheit und Innigkeit besticht. Die Grundmelodie ist von einem Mozart-Klavierkonzert beeinflußt. Sie wird über einige Minuten lang solistisch bearbeitet, ehe sie dann vom Englischhorn aufgenommen und schließlich vom ganzen Orchester im Dialog mit dem Klavier fortgesetzt wird.</p>
<p>Am 24./25. April übernahm der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard den solistischen Part. Die beiden Ecksätze gestaltete er überaus furios, was mich sehr begeisterte. Beim Adagio hingegen hätte ich mir von ihm mehr Empathie gewünscht.</p>
<p>Ein besonderes Lob gilt dem Dirigenten Peter Popelka. In seiner unaufgeregten, zurückhaltenden und dabei sehr klar die Einsätze schlagenden Art hat er dafür gesorgt, dass die unterschiedlichen Stücke zu einem wirklich außergewöhnlichen Konzert führten.</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Verspätetes Gedenken: Zum 150. Geburtstag von Maurice Ravel</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jun 2025 16:55:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einigen Monaten bereits, am 7. März 2025 beging die Musikwelt den 150. Geburtstag des französischen Komponisten Maurice Ravel (1875-1937). Über das Leben von Ravel ist nicht übermäßig viel bekannt. An der Art seiner Musik läßt sich aber leicht ablesen, dass der Erste Weltkrieg für ihn die entscheidende Zäsur bildete. Zwar hat Ravel ein Leben lang [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einigen Monaten bereits, am 7. März 2025 beging die Musikwelt den 150. Geburtstag des französischen Komponisten Maurice Ravel (1875-1937).</strong></p>
<p>Über das Leben von Ravel ist nicht übermäßig viel bekannt. An der Art seiner Musik läßt sich aber leicht ablesen, dass der Erste Weltkrieg für ihn die entscheidende Zäsur bildete. Zwar hat Ravel ein Leben lang mit unterschiedlichen Musikstilen experimentiert; doch vor dem Krieg komponierte er weitestgehend impressionistisch in Anlehnung an Claude Debussy (1862-1918).</p>
<p>Hingegen haben die schlimmen Front-Erfahrungen des Ersten Weltkrieges dazu beigetragen, dass sich Ravels Stil immer mehr ins Expressionistische verlagerte. Man vergleiche nur die „Valses nobles et sentimentales“ von 1912 mit dem „La Valse“ von 1920. All das, was er in diesen seinen letzten Lebensjahren komponierte, atmet den Geist ambivalenter Welterfahrung.</p>
<figure id="attachment_9058" aria-describedby="caption-attachment-9058" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-9058 size-medium" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_1611.jpeg?resize=400%2C359&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="359" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_1611.jpeg?resize=400%2C359&amp;ssl=1 400w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_1611.jpeg?resize=1024%2C918&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_1611.jpeg?resize=768%2C689&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/06/IMG_1611.jpeg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-9058" class="wp-caption-text"><em>Bild: © aus Harenberg-Konzertführer</em></figcaption></figure>
<p>Allgemein bekannt dürfte sein „Boléro“ von 1928 sein. Er entstand als Auftragswerk für die befreundete Tänzerin und Choreographin Ida Rubinstein (1885-1960). Dieses Werk besteht aus einem einzigen Thema, das sich allerdings bei jeder Wiederholung steigert, bis es nach etwa einer Viertelstunde in sich zusammenfällt. Ravel sagte selbst darüber: „Ich habe nur ein einziges Meisterwerk komponiert – den Boléro. Leider völlig ohne Musik.“ Dessen ungeachtet wurde der Boléro sein populärstes Stück.</p>
<p>Es gibt aber noch zwei späte Werke, welche leider etwas ins Hintertreffen geraten sind: die Klavierkonzerte in D-Dur und G-Dur, gleichzeitig in den Jahren 1929-1931 komponiert und beide im Januar 1932 uraufgeführt. Das 1. Klavierkonzert (D-Dur) trägt auch den Titel „Für die linke Hand“. Es wurde für den Pianisten Paul Wittgenstein (1887-1961) geschrieben, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verlor. Ein meisterhaft gestaltetes Orchesterwerk! Das 2. Klavierkonzert (G-Dur) gehört zu meinen Lieblingsstücken und ist es wert, dass ich noch in diesem Sommer einen Extrabeitrag darüber verfasse.</p>
<p>Wer mehr über Leben und Werk Ravels erfahren möchte, dem empfehle ich den französisch-belgischen Film „Boléro“ von 2024, der in diesem Frühjahr in den Kinos lief und sicher noch in den entsprechenden Medien erhältlich ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
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