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	<title>Schostakowitsch</title>
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		<title>Schostakowitsch-Festival Leipzig – Kammerkonzert im Mendelssohn-Saal</title>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2025 16:33:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dmitri Schostakowitsch hat nicht nur 15 Sinfonien geschrieben, sondern auch 15 Streichquartette. Das belgische Ensemble „Quatuor Danel“ führte (mit 6 Konzerten) im Rahmen des großangelegten Schostakowitsch-Festivals sämtliche Werke für Streichquartett auf. Das dritte Konzert fand am Sonnabend, 24. Mai, statt. Es war die einzige Veranstaltung des gesamten Festivals, welche bereits Wochen zuvor ausverkauft war. Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dmitri Schostakowitsch hat nicht nur 15 Sinfonien geschrieben, sondern auch 15 Streichquartette. Das belgische Ensemble „Quatuor Danel“ führte (mit 6 Konzerten) im Rahmen des großangelegten Schostakowitsch-Festivals sämtliche Werke für Streichquartett auf.</p>
<p>Das dritte Konzert fand am Sonnabend, 24. Mai, statt. Es war die einzige Veranstaltung des gesamten Festivals, welche bereits Wochen zuvor ausverkauft war. Der Grund läßt sich leicht vermuten: Das „Quatuor Danel“ spielte nach der Pause das legendäre 8. Streichquartett (c-moll op. 110).</p>
<figure id="attachment_8966" aria-describedby="caption-attachment-8966" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-8966" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-aussen.jpg?resize=300%2C400&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="400" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-aussen.jpg?resize=300%2C400&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-aussen.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-aussen.jpg?resize=1152%2C1536&amp;ssl=1 1152w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-aussen.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-8966" class="wp-caption-text"><em>Bild: Programmheft Kammerkonzert (außen)</em></figcaption></figure>
<p>Mit diesem Werk hat es folgende Bewandtnis: Im Juli 1960 weilte Schostakowitsch im Gästehaus des Ministerrates der DDR in Gohrisch, einem kleinen Ort in der Sächsischen Schweiz. Er sollte dort eine Filmmusik für ein propagandistisches Werk schreiben. Dazu war Schostakowitsch allerdings nicht in der Lage; denn er befand sich in einer Krise. Auf äußeren Druck hin war er der kommunistischen Partei beigetreten – ein Schritt, der ihn in depressive Zustände stürzte. Der Aufenthalt in der Sächsischen Schweiz half ihm, die Krise zu verarbeiten, indem er eines seiner persönlichsten Werke schrieb, eben jenes 8. Streichquartett.</p>
<p>In diesem etwa 20minütigen Werk kreist alles um seine musikalischen Initialen, die Töne D-Es-C-H, und gewinnt damit eine Tragik, die sich nur schwer beschreiben läßt. In einem Brief an seinen Freund Isaak Glikman schreibt Schostakowitsch dazu: „Wie sehr ich auch versucht habe, die Arbeiten für den Film im Entwurf auszuführen, bis jetzt konnte ich es nicht. Und stattdessen habe ich ein niemandem nützendes und ideologisch verwerfliches Quartett geschrieben. Ich dachte darüber nach, dass, sollte ich irgendwann einmal sterben, kaum jemand ein Werk schreiben wird, das meinem Andenken gewidmet ist.“ Mithin hat Schostakowitsch dieses 8. Streichquartett als eine Art „Requiem für sich selbst“ geschrieben.</p>
<figure id="attachment_8967" aria-describedby="caption-attachment-8967" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="size-medium wp-image-8967" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-innen.jpg?resize=300%2C400&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="400" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-innen.jpg?resize=300%2C400&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-innen.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-innen.jpg?resize=1152%2C1536&amp;ssl=1 1152w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Programm-innen.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-8967" class="wp-caption-text"><em>Bild: Quatuor Danel, Programmheft (innen)</em></figcaption></figure>
<p>Angesichts dieses eindrücklichen Werkes mußten die anderen beiden Streichquartette (Nr. 6 G-Dur op.101 (1957) und Nr. 11 f-Moll op. 122 (1965/66)) im Schatten stehen, obgleich auch sie sich durch Originalität auszeichnen.</p>
<p>Die Interpretation aller drei Werke durch das „Quatuor Danel“ war in jeder Hinsicht meisterhaft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
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		<title>Schostakowitsch-Festival in Leipzig, vom 15. Mai bis 1. Juni 2025 – am zweiten Abend “spricht“ Schostakowitschs Frau Irina über sein Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oratorium Leipzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 May 2025 21:51:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<category><![CDATA[Schostakowitsch]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war zu später Stunde als am zweiten Abend des Schostakowitsch-Festivals im Leipziger Gewandhaus (Mendelssohn-Saal), am 16. Mai um 22:30 Uhr, ein höchst bemerkenswerter Dokumentarfilm zum Leben von Schostakowitsch &#8211; einer der wohl bekanntesten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts &#8211; zu sehen war: „Two. The Story of Shostakovich‘s Wife” (Zwei – Die Geschichte erzählt von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war zu später Stunde als am zweiten Abend des Schostakowitsch-Festivals im Leipziger Gewandhaus (Mendelssohn-Saal), am 16. Mai um 22:30 Uhr, ein höchst bemerkenswerter Dokumentarfilm zum Leben von Schostakowitsch &#8211; einer der wohl bekanntesten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts &#8211; zu sehen war: „Two. The Story of Shostakovich‘s Wife” (Zwei – Die Geschichte erzählt von Schostakowitschs Frau)</p>
<figure id="attachment_8941" aria-describedby="caption-attachment-8941" style="width: 260px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-8941" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/sch.jpg?resize=260%2C260&#038;ssl=1" alt="" width="260" height="260" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/sch.jpg?resize=400%2C400&amp;ssl=1 400w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/sch.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/sch.jpg?resize=70%2C70&amp;ssl=1 70w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/sch.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /><figcaption id="caption-attachment-8941" class="wp-caption-text"><em>Bild: Ankündigung durch das Leipziger Gewandhaus (Screenshot Ausschnitt)</em></figcaption></figure>
<p>Die russische Filmemacherin Yelena Yakovich bekam 2021 die 27 Jahre jüngere Ehefrau Schostakowichgs, Irina Antonovna Supinskaja (Ehefrau von 1962 bis 1975), „vor die Kamera“ und „entlockte“ ihr noch nie gehörte Aussagen zum Leben dieses russischen Komponisten Dimitri Dmitrievitch Schostakowski (1906 bis 1975).</p>
<p>Untersetzt wird diese „Erzählung“ durch teilweise noch nie gesehene Dokumentaraufnahmen aus Privat-Archiven.</p>
<p>Es ist dem Leipziger Gewandhaus zu danken, dass dieser Dokumentarfilm in deutscher Erstaufführung während des Schostakowitsch &#8211; Festivals zu sehen und die russische Filmemacherin auch zugegen war. Der Film lief im russischen Original mit englischen Untertiteln.</p>
<p>Das schien das anwesende Publikum mit vielleicht 250 Zuschauerinnen und Zuschauern nicht zu stören – die meisten hielten bis zum Schluss auch aus und spendeten einen langen und starken Applaus.</p>
<p>Sicherlich, man musste sich ein entlang der dargebotenen Geschichte Schostakowitschs „durchbeißen“. Denn seine Ehefrau Irina sprach sehr schnell, die Untertitel waren teilweise dreizeilig und nach wenigen Sekunden wieder verschwunden. Aber &#8211; durchaus nachvollziehbar – weil jetzt das Leben Schostakowitschs aus dieser bemerkenswerten Frau nach jahrzehntelangem Schweigen quasi „heraussprudelte“.</p>
<p>Der Grund: Schostakowitsch hatte ihr vor seinem Tod Irina abgerungen, nichts über sein und ihr gemeinsames Leben zu erzählen. Dieses Versprechen hat sie nun nach fast 50 Jahren gebrochen, zum Glück!</p>
<p>Es gehörte zur Kunst der Filmemacherin Yelena Yakovich lange Gespräche geführt und auch vielfältiges und seltenes Material eingearbeitet zu haben.</p>
<p>Es gelang eine außergewöhnliche Sicht auf Schostakowitsch, der mit einer zu tiefst russischen Seele vor allem Komponist war und zeitlebens blieb, unter schwierigsten politischen Bedingungen – und, immer seine Werke aufführen konnte.</p>
<p>Es ist zu hoffen, dass „Two. The Story of Shostakovich‘s Wife” (Zwei – Die Geschichte erzählt von Schostakowitschs Frau) einen deutschen Verleih findet und damit auch einem größerem deutschen Publikum zugänglich wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Thomas Bohne</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_8935" aria-describedby="caption-attachment-8935" style="width: 185px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8935" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-Gewandhaus-Screenshot-1-1.jpg?resize=185%2C400&#038;ssl=1" alt="" width="185" height="400" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-Gewandhaus-Screenshot-1-1.jpg?resize=185%2C400&amp;ssl=1 185w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-Gewandhaus-Screenshot-1-1.jpg?resize=473%2C1024&amp;ssl=1 473w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-Gewandhaus-Screenshot-1-1.jpg?resize=709%2C1536&amp;ssl=1 709w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-Gewandhaus-Screenshot-1-1.jpg?w=739&amp;ssl=1 739w" sizes="auto, (max-width: 185px) 100vw, 185px" /><figcaption id="caption-attachment-8935" class="wp-caption-text">Bild: Ankündigung durch das Leipziger Gewandhaus (Screenshot)</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_8925" aria-describedby="caption-attachment-8925" style="width: 185px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8925" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-kinoglaz-fr-screenshot.jpg?resize=185%2C400&#038;ssl=1" alt="" width="185" height="400" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-kinoglaz-fr-screenshot.jpg?resize=185%2C400&amp;ssl=1 185w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-kinoglaz-fr-screenshot.jpg?resize=473%2C1024&amp;ssl=1 473w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-kinoglaz-fr-screenshot.jpg?resize=709%2C1536&amp;ssl=1 709w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/05/Schostakowitsch-Film-Ankuendigung-kinoglaz-fr-screenshot.jpg?w=739&amp;ssl=1 739w" sizes="auto, (max-width: 185px) 100vw, 185px" /><figcaption id="caption-attachment-8925" class="wp-caption-text"><em>Bild: Erstankündigung, in Frankreich (Screenshot)</em></figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ein Kulturerlebnis der besonderen Art &#8211; „Lady Macbeth von Mzensk“ im Leipziger Opernhaus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oratorium Leipzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jul 2024 14:31:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Großstadt Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Oper]]></category>
		<category><![CDATA[Leskow]]></category>
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					<description><![CDATA[„Lady Macbeth von Mzensk“ &#8211; ein seltsamer Name. Wo liegen seine Ursprünge? Der literarische Ausgangspunkt ist das Drama „Macbeth“ von William Shakespeare (1564-1616): die Geschichte vom Königsmörder Macbeth und seiner Frau. Der russische Dichter Nikolai Leskow (1831-1895) erfuhr auf seinen Reisen von einer Frau, die zur mehrfachen Mörderin geworden war. Die Gerichtsakten dieses Falles beeindruckten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Lady Macbeth von Mzensk“ &#8211; ein seltsamer Name. Wo liegen seine Ursprünge?<br />
Der literarische Ausgangspunkt ist das Drama „Macbeth“ von William Shakespeare (1564-1616): die Geschichte vom Königsmörder Macbeth und seiner Frau.</p>
<p>Der russische Dichter Nikolai Leskow (1831-1895) erfuhr auf seinen Reisen von einer Frau, die zur mehrfachen Mörderin geworden war. Die Gerichtsakten dieses Falles beeindruckten ihn so sehr, daß er anno 1865 eine Novelle darüber schrieb, der er den Titel „Lady Macbeth von Mzensk“ gab. („Mzensk“ ist dabei ein fiktiver Ort).</p>
<figure id="attachment_7966" aria-describedby="caption-attachment-7966" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-7966" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Innenseite.jpg?resize=400%2C285&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="285" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Innenseite.jpg?resize=400%2C285&amp;ssl=1 400w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Innenseite.jpg?resize=1024%2C729&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Innenseite.jpg?resize=768%2C547&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Innenseite.jpg?resize=1536%2C1093&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Innenseite.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Innenseite.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-7966" class="wp-caption-text"><em>Bild: Opern-Inszenierung-Programm-Innenseite</em></figcaption></figure>
<p>Zunächst war dieser Novelle keine Anerkennung beschieden. Doch ausgerechnet in der jungen Sowjetunion wurde das Werk verbreitet. Dies ist insofern bemerkenswert, weil die Werke Leskows ansonsten als reaktionär-konservativ galten. Nur diese eine Novelle wurde akzeptiert – vermutlich wegen ihres gesellschaftskritischen Charakters oder auch wegen ihrer ungeheuren Spannung.</p>
<p>Der Komponist Dmitrij Schostakowitsch (1906-1975) begeisterte sich für dieses Sujet und erstellte (mit Alexander Preis) das Libretto für die gleichnamige Oper. Sie wurde im Januar 1934 in Leningrad uraufgeführt und vom Publikum sehr positiv aufgenommen.</p>
<p>Zwei Jahre später, im Januar 1936, sah der Diktator Stalin diese Oper in Moskau. Bereits nach dem ersten Teil verließ er die Aufführung mit den Worten: „Das ist albernes Zeug, keine Musik“. Und die „Prawda“ setzte noch eins drauf, indem sie zwei Tage später einen vernichtenden Artikel mit der Überschrift „Chaos statt Musik“ veröffentlichte. Daraufhin zog Schostakowitsch seine Oper zurück.</p>
<figure id="attachment_7967" aria-describedby="caption-attachment-7967" style="width: 258px" class="wp-caption alignleft"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-7967" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Titel-Oper-Leipzig.jpg?resize=258%2C400&#038;ssl=1" alt="" width="258" height="400" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Titel-Oper-Leipzig.jpg?resize=258%2C400&amp;ssl=1 258w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Titel-Oper-Leipzig.jpg?resize=659%2C1024&amp;ssl=1 659w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Titel-Oper-Leipzig.jpg?resize=768%2C1193&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Titel-Oper-Leipzig.jpg?resize=989%2C1536&amp;ssl=1 989w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/07/Macbeth-Programm-Titel-Oper-Leipzig.jpg?w=1030&amp;ssl=1 1030w" sizes="auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px" /><figcaption id="caption-attachment-7967" class="wp-caption-text"><em>Bild: Programm-Heft-Vorderseite</em></figcaption></figure>
<p>In der Folge überarbeitete er sie und gab ihr den Namen „Katerina Ismailowa“. Diese Version wurde nach Stalins Tod (1953) anerkannt und verbreitet. Im Jahre 1965 kam sie unter dem Regisseur Joachim Herz (1924-2010) auch auf die Leipziger Opernbühne. Ja, und nun, knapp 60 Jahre später,am 25. Mai 2024, erlebte die Urfassung von „Lady Macbeth von Mzensk“ ihre Premiere in Leipzig.</p>
<p>Die Aufführung, die wir am 2. Juni erlebten, war in jeder Hinsicht bedeutsam. Der Erfolg beruhte vor allem auf den hervorragenden schauspielerischen und sängerischen Leistungen der Interpreten. Besonders die Hauptakteurin Katerina Ismailowa beeindruckte (in ihrer Leidenschaft und seelischen Zerrissenheit) durch ihre Gestaltung. Ein Kunsterlebnis, das noch lange nachklingen wird und für Opern-Fans sehr zu empfehlen ist.</p>
<p>Für Interessenten: Im Rahmen des geplanten Schostakowitsch-Festivals wird die Oper zweimal in Leipzig gegeben: am 25.5. und 29.5.2025 .</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Abrechnung mit Stalin &#8211; Schostakowitschs 10. Sinfonie im Leipziger Gewandhaus</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jan 2024 14:45:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es war nicht das erste Mal, daß ich die 10. Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch im Konzert erlebte. Als ich sie aber im Großen Konzert des Gewandhauses am 12. Januar 2024 hörte, ging sie mir so nahe, als sei es das erste Mal gewesen. Dies mag an den Musikern des Gewandhausorchesters gelegen haben, die unter der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war nicht das erste Mal, daß ich die 10. Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch im Konzert erlebte. Als ich sie aber im Großen Konzert des Gewandhauses am 12. Januar 2024 hörte, ging sie mir so nahe, als sei es das erste Mal gewesen.</p>
<figure id="attachment_7469" aria-describedby="caption-attachment-7469" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7469" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=400%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="300" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=100%2C75&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?w=2016&amp;ssl=1 2016w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-7469" class="wp-caption-text"><em>Bild: Gewandhaus in Leipzig</em></figcaption></figure>
<p>Dies mag an den Musikern des Gewandhausorchesters gelegen haben, die unter der Stabführung des souveränen und inspirierenden Dirigenten Alan Gilbert bereits bei Beethovens 8. Sinfonie zur Hochform aufliefen. Es könnte aber auch an der aktuellen politischen Situation in Europa gelegen haben, die den Vergleich zwischen Stalin und Putin nicht abwegig erscheinen läßt.</p>
<p>Denn um eine Abrechnung mit Stalin geht es in dieser 10. Sinfonie. Mit seiner 9. Sinfonie, geschrieben 1945, hatte Schostakowitsch &#8211; statt einer Hymne auf den Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“ &#8211; ein hintergründig-ironisches Werk geschaffen und war deshalb bei Stalin in Ungnade gefallen. Erst nach dem Tode Stalins im März 1953 konnte Schostakowitsch seine 10. Sinfonie schreiben; sie entstand innerhalb von fünf Monaten. Noch im selben Jahr, im Dezember 1953, wurde sie in Leningrad uraufgeführt.</p>
<p>In diesem knapp einstündigen Werk reflektiert Schostakowitsch seine Situation nach Stalins Tod. Der erste Satz, der allein die Hälfte der Sinfonie einnimmt, beschreibt die kulturelle Ödnis, welche die Diktatur Stalins hinterlassen hat. Es folgt im zweiten Satz eine erschreckende Darstellung der Person Stalins, und im dritten Satz die Selbsterkenntnis des Komponisten, in den politischen Zwängen gefangen zu sein. Und am Ende, im vierten Satz, begibt sich Schostakowitsch in einen geistigen Kampf mit Stalin, der zwar nicht in einen Sieg mündet, wohl aber das Selbstbewußtsein des Komponisten geschärft hat. Als Darstellung seiner selbst verwendet Schostakowitsch jeweils die Töne D-Es-C-H, seine Initialen.</p>
<p>Wenn es ein Detail gab, das mich besonders beeindruckt hat, so war es das Klarinettensolo im ersten Satz. Nach minutenlangen dumpfen Klagen der Streicher spielte die Klarinette plötzlich eine zwar melancholische, aber beherzte, hoffnungsvolle Melodie, die nach einigem Zögern vom gesamten Orchester aufgenommen wurde. Zwar verblaßte die Hoffnung wieder; doch blieb der Eindruck, daß selbst in äußerster Tristesse das Schöne heimisch sein kann. Der tapfere Ruf der Klarinette begleitete mich bis zum Ende der Sinfonie.</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
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