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		<title>Die Neunte – Weltklasse zum Jahreswechsel im Leipziger Gewandhaus</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Dec 2025 16:30:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn man auf der Eintrittskarte „Großes Conzert zum Jahreswechsel“ liest, weiß der findige Käufer/Käuferin: Da ist Ludwig van Beethovens „Neunte Sinfonie“ gemeint. Manche und mancher waren zunächst vielleicht traurig, weil die angekündigte Newcomer-Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla erkrankte. Aber der „Ersatz“ durch Alan Gilbert war eher ein Höhepunkt für sich &#8211; mit viel Feingefühl und Routine führte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man auf der Eintrittskarte „Großes Conzert zum Jahreswechsel“ liest, weiß der findige Käufer/Käuferin: Da ist Ludwig van Beethovens „Neunte Sinfonie“ gemeint.</p>
<figure id="attachment_22999" aria-describedby="caption-attachment-22999" style="width: 1600px" class="wp-caption alignnone"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-22999 size-full" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Abend-30-12-25.jpeg?resize=640%2C288&#038;ssl=1" alt="" width="640" height="288" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Abend-30-12-25.jpeg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Abend-30-12-25.jpeg?resize=400%2C180&amp;ssl=1 400w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Abend-30-12-25.jpeg?resize=1024%2C460&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Abend-30-12-25.jpeg?resize=768%2C345&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Abend-30-12-25.jpeg?resize=1536%2C690&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Abend-30-12-25.jpeg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-22999" class="wp-caption-text"><em>Bild: Gewandhaus am Abend des 30. Dezember 2025</em></figcaption></figure>
<p>Manche und mancher waren zunächst vielleicht traurig, weil die angekündigte Newcomer-Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla erkrankte. Aber der „Ersatz“ durch Alan Gilbert war eher ein Höhepunkt für sich &#8211; mit viel Feingefühl und Routine führte dieser Dirigent das Leipziger Gewandhaus-Orchester durch die „Neunte“, dazu drei Chöre (MDR-Rundfunkchor, Gewandhaus-Chor, Gewandhaus-Kinderchor) – eine Partitur brauchte der mit Preisen überhäufte US-Koreaner nicht, er dirigierte auswendig.</p>
<p>Hinzu kamen vier erstklassige Sängerinnen und Sänger in den Solo-Parts – überaus bemerkenswert dabei Michael Nagy als Bass am Anfang (O Freunde, nicht diese Töne) und Sarah Traubel mit weicher Sopranstimme gemeinsam mit solide agierender Xenia Puskarz Thomas (Mezzosopran) und dem ehemaligen Thomaner Patrick Grahl (Tenor).</p>
<p>Das Orchester bestach bei den leisen Tönen, besonders als die Kontrabässe zum ersten Mal die berühmte „Ode an die Freude“ anstimmten.</p>
<p>Ich erinnere mich, dass mein Geigenlehrer vor fast 60 Jahren mich immer daran erinnerte, dass die Leute im Publikum nicht so sehr bei den kräftigen „Parts“ gespannt zuhören, sondern vor allem bei den „leisen Stellen“. Das tat ich bei dieser Beethoven-Sinfonie besonders – mir fiel nur auf, dass beim 1. und 3. Satz nicht immer alles auf „Punkt“ klappte. Aber das gehört vielleicht zu einem Live-Auftritt dazu.</p>
<figure id="attachment_23000" aria-describedby="caption-attachment-23000" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="size-medium wp-image-23000" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Alan-Gilbert.jpeg?resize=400%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="300" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Alan-Gilbert.jpeg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Alan-Gilbert.jpeg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Alan-Gilbert.jpeg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Alan-Gilbert.jpeg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Alan-Gilbert.jpeg?resize=100%2C75&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Alan-Gilbert.jpeg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2025/12/Gewandhaus-Alan-Gilbert.jpeg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-23000" class="wp-caption-text"><em>Bild: Gewandhaus-Conzert zum Jahreswechsel 2025/2026</em></figcaption></figure>
<p>Phänomenal dann die Schluss-Sequenzen – da gaben die fast 200 Musikerinnen und Musiker alles – und das mit berauschender Wirkung.</p>
<p>Standing Ovation – und das „gefühlt“ eine Viertelstunde lang. Schade, dass der Dirigent Alan Gilbert während dieses Applauses die so exzellent agierenden Kontrabässe nicht ebenso durch „Aufstehen“ würdigte – wie das bei den anderen Instrumental- und Gesangsgruppen der Fall war – aber vielleicht ist mir das zu wenig aufgefallen, weil diese Kontrabässe ja sowieso gestanden haben.</p>
<p>Beethovens „Neunte Sinfonie &#8211; d Moll op. 125“ gehörte ja zu den alles an bisher dagewesenen Musik-Werken Sprengenden – wie man in dem sehr informativen Programmheft nachlesen konnte, selbst Religiöses in der „Neunten“ wurde erwähnt. Und, auf das ganze Konzert zurückblickend muss ich das zu diesem Abend im Leipziger Gewandhaus am Vorabend des Jahreswechsels 2025/2026 unumwunden sagen:<br />
So ein Konzert habe ich im Leipziger Gewandhaus und in anderen Konzertsälen bisher noch nicht erlebt – für mich „Weltklasse“!</p>
<p>Thomas Bohne</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Beethovens 9. Sinfonie im Leipziger Gewandhaus – Gigantisch und doch auch „leise“</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Dec 2024 14:57:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sie ist der klassische Musik-Hit schlechthin: der Schlusschor avancierte inzwischen zur Europa-Hymne, aufgeführt als letzter Festakt in der DDR-Volkskammer unter Kurt Masur und mit Ministerpräsident Lothar de Maiziere in Berlin und erstaufgeführt 1826 in Leipzig – noch vor Berlin: Beethovens 9. Sinfonie. Traditionell wird diese „gigantische“ Sinfonie immer als „Großes Concert zum Jahreswechsel“ an den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ist der klassische Musik-Hit schlechthin: der Schlusschor avancierte inzwischen zur Europa-Hymne, aufgeführt als letzter Festakt in der DDR-Volkskammer unter Kurt Masur und mit Ministerpräsident Lothar de Maiziere in Berlin und erstaufgeführt 1826 in Leipzig – noch vor Berlin: Beethovens 9. Sinfonie.</p>
<figure id="attachment_8472" aria-describedby="caption-attachment-8472" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="size-medium wp-image-8472" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/9-Sinfonie-Programm-Heft.jpg?resize=400%2C297&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="297" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/9-Sinfonie-Programm-Heft.jpg?resize=400%2C297&amp;ssl=1 400w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/9-Sinfonie-Programm-Heft.jpg?resize=1024%2C760&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/9-Sinfonie-Programm-Heft.jpg?resize=768%2C570&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/9-Sinfonie-Programm-Heft.jpg?resize=1536%2C1140&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/9-Sinfonie-Programm-Heft.jpg?resize=100%2C75&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/9-Sinfonie-Programm-Heft.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/9-Sinfonie-Programm-Heft.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-8472" class="wp-caption-text"><em>Bild Programmheft des Gewandhaus zu Leipzig</em></figcaption></figure>
<p>Traditionell wird diese „gigantische“ Sinfonie immer als „Großes Concert zum Jahreswechsel“ an den drei Tagen vor Neujahr aufgeführt: 29./30./31. Dezember – so auch in diesem Jahr 2024.</p>
<p>Dirigiert hat Beethovens letzte Sinfonie der aktuelle Gewandhaus-Kapellmeister Andris Nelsons aus Lettland (Riga): gewohnt zurückhaltend und an bestimmten Stellen des Werkes sekundengenau auf „Punkt“.</p>
<p>Die Aufführung hatte etwas von einem Weltereignis, besonders was die Leistung der Chöre betrifft: Chor der Oper Leipzig (Einstudierung Thomas Eitler-de Lint), GewandhausChor (Einstudierung: Georg Meyer) und der GewandhausKinderchor (Einstudierung: Frank-Steffen Elster).</p>
<p>Als diese drei am Schluss das Podium des Gewandhauses zu Leipzig betraten stand auch gleich der „halbe Saal“ und spendete Applaus. Dann gab‘s Pfiffe für die Solisten, sicherlich „verdient“ für die Sopranistin Emily Magee – das Schrille von ihr war manchmal an der Schwelle des Aushaltbaren, richtig gut dagegen der Tenor Werner Güra.</p>
<figure id="attachment_8473" aria-describedby="caption-attachment-8473" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-8473" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/Gewandhaus-24-25.jpg?resize=400%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="300" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/Gewandhaus-24-25.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/Gewandhaus-24-25.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/Gewandhaus-24-25.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/Gewandhaus-24-25.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/Gewandhaus-24-25.jpg?resize=100%2C75&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/Gewandhaus-24-25.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/12/Gewandhaus-24-25.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-8473" class="wp-caption-text"><em>Bild: Gewandhaus zu Leipzig</em></figcaption></figure>
<p>Und dann allerdings „sensationell“ das Gewandhaus: besonders an der leisesten Stelle der Sinfonie als die Streicher ganz „zart“ das Hauptthema des Schlusschores anstimmten – da stimmte einfach alles! Noch immer hallen „engelhafte“ Töne des Schluss-Chores in mir nach.</p>
<p>Die 9. Sinfonie von Beethoven war ein gelungener Abschuss dieses Jahres 2024 und hoffnungsvoller Ausblick für 2025.</p>
<p>Wie heißt es doch so treffend in der Begründung des Europarates damals:</p>
<p>„Die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit dem Schlusschor von Friedrich Schillers Ode an die Freude versinnbildlicht die Werte, die alles teilen, sowie die Einheit in der Vielfalt“ – dem ist nichts hinzuzufügen.</p>
<p>Thomas Bohne</p>
<p>Medientipp: 9. Sinfonie aus dem Leipziger Gewandhaus (MDR, 17:00, 31.12.24)<br />
UND: <a href="https://www.ardmediathek.de/video/arte/beethoven-symphonie-nr-9-gewandhaus-zu-leipzig/arte/Y3JpZDovL2FydGUudHYvdmlkZW9zLzExODY1Mi0wMDAtQQ">ARD MEDIATHEK</a></p>
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		<title>Rückschau auf ein ungewöhnliches Projekt &#8211; Beethovens 9. Sinfonie vervierfacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oratorium Leipzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 16:07:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[ARTE]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor 200 Jahren, am 7. Mai 1824, erlebte die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven ihre Uraufführung. Anläßlich dieses Jubiläums wurde am 7. Mai d.J. das große Werk zeitgleich in vier Konzertsälen gespielt: in Leipzig, Paris, Mailand und Wien. Dem Fernsehsender ARTE ist es zu danken, daß er uns den Einblick in alle vier Interpretationen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 200 Jahren, am 7. Mai 1824, erlebte die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven ihre Uraufführung. Anläßlich dieses Jubiläums wurde am 7. Mai d.J. das große Werk zeitgleich in vier Konzertsälen gespielt: in Leipzig, Paris, Mailand und Wien.</p>
<figure id="attachment_7827" aria-describedby="caption-attachment-7827" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7827" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Ankuendigung-Faksimile-Ausdruck.jpg?resize=300%2C400&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="400" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Ankuendigung-Faksimile-Ausdruck.jpg?resize=300%2C400&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Ankuendigung-Faksimile-Ausdruck.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Ankuendigung-Faksimile-Ausdruck.jpg?resize=1152%2C1536&amp;ssl=1 1152w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Ankuendigung-Faksimile-Ausdruck.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-7827" class="wp-caption-text"><em>Bild: Faksimile – Ankündigung der 9. Sinfonie von Beethoven (Ausdruck)</em></figcaption></figure>
<p>Dem Fernsehsender ARTE ist es zu danken, daß er uns den Einblick in alle vier Interpretationen ermöglichte, indem nacheinander jeweils ein Satz aus einer der vier Städte übertragen wurde.</p>
<p>Der erste Satz (Allegro ma non troppo un poco maestoso) kam aus Leipzig. Da das Gewandhausorchester mit den Kompositionen Beethovens sehr vertraut ist, konnte die Auffführung unter ihrem Chef Andris Nelsons nur gelingen. Tatsächlich spielten die Musiker die unterschiedlichen Teile, insbesondere die dunklen Stellen, sehr einfühlsam.</p>
<p>Und doch übertraf die Interpretation des zweiten Satzes (Molto vivace – Presto) aus Paris den Eindruck der Leipziger Aufführung. Dies lag vor allem an der inspirierenden Ausstrahlung des jungen Dirigenten Klaus Mäkelä, der seit einigen Jahren schon dem Orchestre de Paris vorsteht. So brillant habe ich dieses schroffe Scherzo noch nie gehört.</p>
<p>Umso enttäuschender empfand ich den dritten Satz (Adagio molto e cantabile), der aus der Mailänder Scala übertragen wurde. Das Dirigat von Riccardo Chailly entsprach nicht den Erwartungen, die er als einstmaliger Gewandhauskapellmeister geweckt hatte. Oder lag es am Mailänder Opernorchester? Jedenfalls ging mir das Adagio nicht so nahe wie sonst.</p>
<p>Überraschender dann der vierte Satz (Presto – Allegro assai) mit dem Schlußchor von Schillers „Ode an die Freude“ aus Wien.</p>
<figure id="attachment_7828" aria-describedby="caption-attachment-7828" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7828" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Artikel-200-Jahre.jpg?resize=300%2C323&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="323" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Artikel-200-Jahre.jpg?resize=371%2C400&amp;ssl=1 371w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Artikel-200-Jahre.jpg?resize=951%2C1024&amp;ssl=1 951w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Artikel-200-Jahre.jpg?resize=768%2C827&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Artikel-200-Jahre.jpg?w=1372&amp;ssl=1 1372w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/05/9-Sinfonie-Artikel-200-Jahre.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-7828" class="wp-caption-text"><em>Bild: Artikel zu 200 Jahre „Götterfunken“ mit Notenblatt-Faksimile (Ausdruck)</em></figcaption></figure>
<p>Unter Leitung des tschechischen Dirigenten Petr Popelka gelang den Wiener Symphonikern im Zusammenklang mit Chor und Solisten ein festliches Finale.</p>
<p>Um sich – unabhängig von meiner Einschätzung – ein eigenes Urteil zu bilden, empfiehlt es sich, die Sendung in der ARTE-Mediathek nachzuhören.</p>
<p>Auf jeden Fall habe ich mich sehr gefreut, dass der berühmten „Neunten“ eine solch würdige Ehrung zuteil wurde.</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.arte.tv/de/videos/119406-001-A/ludwig-van-beethoven-symphonie-nr-9/" target="_blank" rel="noopener">Arte Mediathek, Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 9</a><br />
Leipzig, Paris, Mailand, Wien<br />
vom 07. Mai 2024<br />
bis 06. Mai 2025 verfügbar</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="vc_empty_space"   style="height: 20px"><span class="vc_empty_space_inner"></span></div><div class="vc_btn3-container vc_btn3-inline" ><a class="vc_general vc_btn3 vc_btn3-size-md vc_btn3-shape-rounded vc_btn3-style-modern vc_btn3-color-grey" href="https://oratorium-leipzig.de/news/" title="News">Zurück zur Übersicht</a></div>
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		<title>100 Jahre MDR – Festkonzert mit „Klassischer Moderne“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oratorium Leipzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Mar 2024 15:14:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gewandhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Großstadt Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[MDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 1. März 2024 beging der mitteldeutsche Rundfunk (und damit zugleich das Sinfonieorchester des MDR) seinen 100. Geburtstag. Dies war Anlaß für eine Reihe festlicher Konzerte im Leipziger Gewandhaus. Das Sinfoniekonzert am Sonntag, 3. März, stand unter der Überschrift „Klassische Moderne“, was auf ein spannendes Programm hoffen ließ. Tatsächlich bot das Konzert Neues und Überraschendes, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_7589" aria-describedby="caption-attachment-7589" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7589" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/03/Rundfunk-100-Programm-Heft-e1709911414682-200x300.jpg?resize=300%2C450&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="450" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/03/Rundfunk-100-Programm-Heft-e1709911414682.jpg?resize=200%2C300&amp;ssl=1 200w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/03/Rundfunk-100-Programm-Heft-e1709911414682.jpg?w=675&amp;ssl=1 675w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-7589" class="wp-caption-text"><em>Bild: Programmheft</em></figcaption></figure>
<p>Am 1. März 2024 beging der mitteldeutsche Rundfunk (und damit zugleich das Sinfonieorchester des MDR) seinen 100. Geburtstag. Dies war Anlaß für eine Reihe festlicher Konzerte im Leipziger Gewandhaus.</p>
<p>Das Sinfoniekonzert am Sonntag, 3. März, stand unter der Überschrift „Klassische Moderne“, was auf ein spannendes Programm hoffen ließ. Tatsächlich bot das Konzert Neues und Überraschendes, was nicht bei allen auf Zustimmung stieß&#8230;</p>
<p>Bei dem Programm vor der Pause hatte auch ich (als Anhänger moderner Klassik) meine Fragen.</p>
<p>Arnold Schönberg (1874-1951) schrieb seine 1. Kammersinfonie op. 9 ursprünglich für 15 Instrumente; erst später erweiterte er sein Stück auf ein großes Orchester. Warum hörten wir &#8211; statt jener transparenten Urfassung &#8211; diese monumentale Orchesterfassung? Die lauten und teilweise schrillen Klänge könnten diejenigen, die mit klassischer Moderne nicht vertraut waren, unnötig verstört haben.</p>
<p>Und: Was suchte Beethovens 3. Klavierkonzert unter den modernen Werken? Weil der Abend auch unter dem Titel „Zauber der Musik“ lief? Oder weil der geniale Pianist Fazil Say sein Spiel mit modernen Rhythmen anreicherte?</p>
<figure id="attachment_7590" aria-describedby="caption-attachment-7590" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7590" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/03/Rundfunk-100-Beteiligte-e1709911563465-300x225.jpg?resize=400%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="300" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/03/Rundfunk-100-Beteiligte-e1709911563465.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/03/Rundfunk-100-Beteiligte-e1709911563465.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/03/Rundfunk-100-Beteiligte-e1709911563465.jpg?resize=100%2C75&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/03/Rundfunk-100-Beteiligte-e1709911563465.jpg?w=873&amp;ssl=1 873w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-7590" class="wp-caption-text"><em>Bild: Beteiligte</em></figcaption></figure>
<p>Wie auch immer: Angesichts der langanhaltenden Ovationen für den Solisten hatte ich den Eindruck, daß viele Zuhörer gerade wegen dieses Klavierkonzertes gekommen waren.</p>
<p>Nach der Pause hatte ich keine Fragen mehr: Die 4. Sinfonie des amerikanischen Komponisten Charles Ives (1874-1954), in jungen Jahren geschrieben und erst 50 Jahre später (1965 in New York) posthum uraufgeführt, bot die Fülle musikalischer Collagetechnik.</p>
<p>Dieses halbstündige Werk bedeutete für Orchester und Chor eine riesige Herausforderung, der sie sich unter Leitung von Dennis Russell Davies (und drei weiteren Co-Dirigenten) bravourös stellten. Ein gigantomanisches Opus, das bei den einen Begeisterung, bei anderen möglicherweise Kopfschütteln ausgelöst hat.</p>
<p>Ein großes, gewaltiges Konzert also. Es zeigte deutlich, daß das MDR-Ensemble dem Gewandhausorchester durchaus ebenbürtig ist. Noch mehr aber erfreut mich die Tatsache, daß sich beim Sinfonie-Orchester des MDR die Tradition erhalten hat, die Konzerte mit noch unbekannten modernen Stücken zu bereichern.</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Abrechnung mit Stalin &#8211; Schostakowitschs 10. Sinfonie im Leipziger Gewandhaus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oratorium Leipzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2024 14:45:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gewandhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Schostakowitsch]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war nicht das erste Mal, daß ich die 10. Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch im Konzert erlebte. Als ich sie aber im Großen Konzert des Gewandhauses am 12. Januar 2024 hörte, ging sie mir so nahe, als sei es das erste Mal gewesen. Dies mag an den Musikern des Gewandhausorchesters gelegen haben, die unter der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war nicht das erste Mal, daß ich die 10. Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch im Konzert erlebte. Als ich sie aber im Großen Konzert des Gewandhauses am 12. Januar 2024 hörte, ging sie mir so nahe, als sei es das erste Mal gewesen.</p>
<figure id="attachment_7469" aria-describedby="caption-attachment-7469" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7469" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=400%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="300" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?resize=100%2C75&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?w=2016&amp;ssl=1 2016w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2024/01/Gewandhaus-Abend-aussen.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-7469" class="wp-caption-text"><em>Bild: Gewandhaus in Leipzig</em></figcaption></figure>
<p>Dies mag an den Musikern des Gewandhausorchesters gelegen haben, die unter der Stabführung des souveränen und inspirierenden Dirigenten Alan Gilbert bereits bei Beethovens 8. Sinfonie zur Hochform aufliefen. Es könnte aber auch an der aktuellen politischen Situation in Europa gelegen haben, die den Vergleich zwischen Stalin und Putin nicht abwegig erscheinen läßt.</p>
<p>Denn um eine Abrechnung mit Stalin geht es in dieser 10. Sinfonie. Mit seiner 9. Sinfonie, geschrieben 1945, hatte Schostakowitsch &#8211; statt einer Hymne auf den Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“ &#8211; ein hintergründig-ironisches Werk geschaffen und war deshalb bei Stalin in Ungnade gefallen. Erst nach dem Tode Stalins im März 1953 konnte Schostakowitsch seine 10. Sinfonie schreiben; sie entstand innerhalb von fünf Monaten. Noch im selben Jahr, im Dezember 1953, wurde sie in Leningrad uraufgeführt.</p>
<p>In diesem knapp einstündigen Werk reflektiert Schostakowitsch seine Situation nach Stalins Tod. Der erste Satz, der allein die Hälfte der Sinfonie einnimmt, beschreibt die kulturelle Ödnis, welche die Diktatur Stalins hinterlassen hat. Es folgt im zweiten Satz eine erschreckende Darstellung der Person Stalins, und im dritten Satz die Selbsterkenntnis des Komponisten, in den politischen Zwängen gefangen zu sein. Und am Ende, im vierten Satz, begibt sich Schostakowitsch in einen geistigen Kampf mit Stalin, der zwar nicht in einen Sieg mündet, wohl aber das Selbstbewußtsein des Komponisten geschärft hat. Als Darstellung seiner selbst verwendet Schostakowitsch jeweils die Töne D-Es-C-H, seine Initialen.</p>
<p>Wenn es ein Detail gab, das mich besonders beeindruckt hat, so war es das Klarinettensolo im ersten Satz. Nach minutenlangen dumpfen Klagen der Streicher spielte die Klarinette plötzlich eine zwar melancholische, aber beherzte, hoffnungsvolle Melodie, die nach einigem Zögern vom gesamten Orchester aufgenommen wurde. Zwar verblaßte die Hoffnung wieder; doch blieb der Eindruck, daß selbst in äußerster Tristesse das Schöne heimisch sein kann. Der tapfere Ruf der Klarinette begleitete mich bis zum Ende der Sinfonie.</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Rückblick zum Mahler-Festival in Leipzig: Die 2. und die 8. Sinfonie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oratorium Leipzig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jun 2023 14:33:17 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Großstadt Leipzig]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Gewandhausorchester umrahmte während des diesjährigen „Mahler-Festivals“ den Reigen aller Sinfonien von Gustav Mahler. Unter der Leitung seines Chefdirigenten Andris Nelsons spielte es zu Beginn die 2. Sinfonie (die sogenannte „Auferstehungs-Sinfonie“) und zum Abschluß die 8. Sinfonie (die sogenannte „Sinfonie der Tausend“). &#160; Daß die „Auferstehungs-Sinfonie“ gerade am 18. Mai gespielt wurde, halte ich für [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Gewandhausorchester umrahmte während des diesjährigen „Mahler-Festivals“ den Reigen aller Sinfonien von Gustav Mahler. Unter der Leitung seines Chefdirigenten Andris Nelsons spielte es zu Beginn die 2. Sinfonie (die sogenannte „Auferstehungs-Sinfonie“) und zum Abschluß die 8. Sinfonie (die sogenannte „Sinfonie der Tausend“).</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_6933" aria-describedby="caption-attachment-6933" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6933" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/06/Mahler-Festival.jpg?resize=400%2C255&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="255" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/06/Mahler-Festival.jpg?resize=300%2C191&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/06/Mahler-Festival.jpg?resize=1024%2C653&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/06/Mahler-Festival.jpg?resize=768%2C490&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/06/Mahler-Festival.jpg?resize=1536%2C980&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/06/Mahler-Festival.jpg?w=1895&amp;ssl=1 1895w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/06/Mahler-Festival.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-6933" class="wp-caption-text"><em>Bild: Werbung &#8211; Mahler-Festival</em></figcaption></figure>
<p>Daß die „Auferstehungs-Sinfonie“ gerade am 18. Mai gespielt wurde, halte ich für eine gute Fügung: In diesem Jahr fiel nämlich der Todestag Gustav Mahlers (18.5.1911) auf das Fest „Christi Himmelfahrt“.</p>
<p>Auch daß die 8. Sinfonie zum Pfingstfest erklang, scheint mir kein Zufall zu sein: Den ersten Teil jener riesigen Sinfonie-Kantate bildet der Pfingsthymnus des Hrabanus Maurus (780-856) „Veni creator spiritus“ („Komm Schöpfer Geist“).</p>
<p>So erstreckte sich der Mahler-Zyklus genau auf die zehn österlichen Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten.</p>
<p>Mithin also ein christliches Ereignis?</p>
<p>Leider nein. Denn es muß einschränkend gesagt werden, daß die Texte, die Mahler kunstvoll verarbeitet, nicht als christliche Verkündigung durchgehen können.</p>
<p>Der Auferstehungs-Hymnus in der 2. Sinfonie, geschrieben vom Aufklärer Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), hat nicht das Geheimnis von „Tod und Auferstehung Jesu Christi“ vor Augen, sondern ist eher eine Art „humanistisches Nachdenken“ über das Lebensende.</p>
<p>Und in der 8. Sinfonie kombiniert Mahler den Pfingsthymnus des Hrabanus Maurus mit den Schlußworten aus Goethes „Faust“, so daß mit dem „creator spiritus“ nicht mehr der „Heilige Geist“, sondern der „Geist des schaffenden Künstlers“ ersehnt wird.</p>
<p>Ist das aber so schlimm?</p>
<p>Keineswegs. Denn die spirituelle Tiefe beider Sinfonien bleibt von solchen theologischen Überlegungen unberührt. Wer sich dieser großartigen Musik aussetzt, bekommt ein Gespür für die Dinge, die unsere Welt überschreiten.</p>
<p>Auch wir Christen sollten über unseren liturgischen Tellerrand schauen und dankbar sein für Genien wie Gustav Mahler, die uns &#8211; außerhalb von Kirche &#8211; etwas über das göttliche Licht erzählen können.</p>
<p>Beide Sinfonien stellen höchste Anforderungen an alle Mitwirkenden (Solisten, Chor, Orchester), so daß sie nur selten aufgeführt werden.</p>
<p>Wohl dem, der die Chance des diesjährigen „Mahler-Festivals“ nutzen konnte.</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die 7. Sinfonie von Gustav Mahler: Durch Nacht ins Morgenlicht</title>
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		<pubDate>Fri, 19 May 2023 18:05:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit einem Schrecken erregenden Tutti-Schlag endet Mahlers 6. Sinfonie. Der „Held“, bereits durch zwei kräftige Hammerschläge niedergestreckt, scheint nun definitiv am Ende. Ist es so? Nein, er rappelt sich auf und beginnt mit der 7. Sinfonie den Weg durch die Dunkelheit. Der nächtliche Wald ist für ihn wenig vertrauenserweckend. Meist kann er sich nur an [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem Schrecken erregenden Tutti-Schlag endet Mahlers 6. Sinfonie. Der „Held“, bereits durch zwei kräftige Hammerschläge niedergestreckt, scheint nun definitiv am Ende.</p>
<p>Ist es so?</p>
<p>Nein, er rappelt sich auf und beginnt mit der 7. Sinfonie den Weg durch die Dunkelheit. Der nächtliche Wald ist für ihn wenig vertrauenserweckend. Meist kann er sich nur an den Bäumen orientieren. Wenn sich aber an einer Lichtung der klare Sternenhimmel zeigt (1. Satz), oder wenn ferne Herdenglocken ertönen (2.Satz), schöpft er neue Hoffnung. Natürlich gibt es auch Wegstrecken, die ihm so gespenstisch erscheinen, daß sie Ängste heraufbeschwören (3. Satz). Doch dann ist es geschafft: Mandoline und Gitarre lassen in der Dämmerung einen schönen Morgen erwarten (4. Satz). Und der Morgen kommt (5. Satz): Strahlender denn je, so daß seine Schönheit schon wieder bezweifelt werden müßte.</p>
<p>Ist dies nun das wahre Glück??</p>
<p>Darauf könnte Mahlers 8. Sinfonie, noch mehr aber sein „Lied von der Erde“ eine Antwort geben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_6901" aria-describedby="caption-attachment-6901" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6901" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/05/Mahler-Festival.jpg?resize=400%2C200&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="200" /><figcaption id="caption-attachment-6901" class="wp-caption-text"><em>Bild: Plakat-Mahler-Festival</em></figcaption></figure>
<p>Um solche Prozesse in der Musik von Gustav Mahler nachzuvollziehen, bietet das gegenwärtig im Leipziger Gewandhaus stattfindende „Mahler-Festival“ gute Möglichkeiten; denn in wenigen Tagen (18. &#8211; 29. Mai) erklingen sämtliche Mahler-Sinfonien – dargeboten von namhaften Orchestern.</p>
<p>Auf die 7. Sinfonie freue ich mich besonders. Unter der Leitung von Daniel Harding spielt sie das Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks am Montag, 22.5.23, um 20.00 Uhr. Mit einigem Glück gibt es vielleicht noch erschwingliche Restkarten.</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die 6. Sinfonie von Gustav Mahler: Schrecklich-schöne Musik</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Apr 2023 15:48:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit Mahlers 6. Sinfonie fing alles an: Im Januar 1985 bekam ich eine Konzertkarte für das Gewandhaus geschenkt. Da ich damals nicht in Leipzig lebte, freute ich mich, das neuerrichtete Gewandhausgebäude in Augenschein nehmen zu können. Was auf dem Programm stand, war für mich dabei zweitrangig. Es sollte etwas von einem Komponisten gespielt werden, den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Mahlers 6. Sinfonie fing alles an: Im Januar 1985 bekam ich eine Konzertkarte für das Gewandhaus geschenkt. Da ich damals nicht in Leipzig lebte, freute ich mich, das neuerrichtete Gewandhausgebäude in Augenschein nehmen zu können. Was auf dem Programm stand, war für mich dabei zweitrangig. Es sollte etwas von einem Komponisten gespielt werden, den ich damals nur dem Namen nach kannte: Gustav Mahler. Etwas Modernes also. Meine Erwartungen lagen deshalb nicht allzu hoch.</p>
<p>Doch dann geschah das Unglaubliche: Die komplexen Melodien der 6. Sinfonie von Gustav Mahler breiteten sich in mir aus wie ein „Klangteppich“, und ich war noch tagelang davon gebannt. Etwas Existentielles hatte mich eingeholt.</p>
<figure id="attachment_6780" aria-describedby="caption-attachment-6780" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-6780" src="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?resize=400%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="400" height="300" srcset="https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?resize=100%2C75&amp;ssl=1 100w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?w=2016&amp;ssl=1 2016w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/oratorium-leipzig.de/wp-content/uploads/2023/03/Gewandhaus-Abend.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption id="caption-attachment-6780" class="wp-caption-text"><em>Bild: Gewandhaus Leipzig am Abend</em></figcaption></figure>
<p>Bisher waren meine musikalische Vorlieben fast ausschließlich auf Johann Sebastian Bach fokussiert gewesen; bestenfalls die „drei großen B“ (Beethoven, Brahms und Bruckner) ließ ich noch gelten. Mahlers 6. Sinfonie (und in der Folge auch alle anderen Werke Mahlers) haben für mich nun dankenswerterweise eine nicht unerhebliche Horizonterweiterung bewirkt: Die Erfahrung, daß es sich lohnt, die klassische Moderne zu entdecken.</p>
<p>Etliche Male habe ich seitdem Mahlers 6. Sinfonie gehört – im Konzertsaal, im Radio und neuerdings auch auf „YouTube“ -, und sie hat mich jedes Mal tief berührt. In diesen gerade einmal 75 Minuten spiegelt sich das gesamte menschliche Leben: unser Alltag, der manchmal beschwingt, manchmal stressig daherkommt; die ekstatischen Lichtinseln, die man gern festhalten möchte; aber auch die Schrecknisse und Schicksalsschläge, die wie ein schwerer Hammer auf uns niedersausen können – kurz: alles Schrecklich-Schöne.</p>
<p>Am 20. April 2023, noch vor dem Beginn des (wegen der Corona-Pandemie verschobenen) „Mahler-Festivals“, hörten wir die 6. Sinfonie von Gustav Mahler im dichtgefüllten Saal des Leipziger Gewandhauses mit dem Gewandhausorchester unter Leitung des österreichischen Dirigenten Franz Welser-Möst. Es war erneut eine „Sternstunde“.</p>
<p>Eberhard Thieme</p>
<p>&nbsp;</p>
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