Es ist eine fiktive Geschichte:
Der Putin-Vertraute Wadim Baranow (Paul Danow) erzählt dem Journalisten Rowland (Jeffrey Wright) seine Geschichte als Berater und Autokratie-Installateur des Wladimir Putin (Jude Law). Aber je mehr ich als Zuschauer der Bestseller-Verfilmung des Romans von Giuliano da Empoli mit dem Titel „Der Magier im Kreml“ folge, um so mehr erfahre ich im gleichnamigen Film über russische Geschichte und Mechanismen zur Macht.
„Der Magier im Kreml“ ist letztlich eine US-Produktion, die im Sommer 2025 bei den Filmfestspielen in Venedig lief, und sich als hochkarätiges mit dem Briten Jude Law besetztes US-amerikanisches Politkino erweist.
Regie führt der gebürtige Franzose und Regie-Profi Olivier Assayas.
Die Kamera-Bilder stammen von dem ebenfalls sehr erfahrenen Kameramann Yorick Le Saux – oft mit der Handkamera gemachte Halbtotalen und leicht überbelichtet – offenbar sollen da satte Farben vermieden werden. Denn, farbig und satt ist das Leben dieses Wadim Baranow eigentlich nicht.

Fotonachweis ©: Constantin Film Distribution, Constantin Film Distribution, Carole Bethuel
Ein reales Vorbild gibt’s vermutlich mit Putins ehemaligen Chefberater Wladislaw Surkow, der allerdings kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges im Jahre 2022 wegen Korruption unter Hausarrest gestellt wurde. Das wäre ein Unterschied zur Film-Figur.
Manches erfahre ich nun in „Der Magier im Kreml“ über Stalins Macht- und staatspolitische Terror-Spiele und Putins politischen und privaten Alltag – was vermutlich historisch stimmt.
Nachvollziehbar bleibt der Film ebenfalls, wie „hinter den Kulissen“ Ränke-Spiele und Polit-Figur-Rücken funktionieren könnte. Das ist spannend und gut im Kino-Sessel zu verfolgen, sogar unterhaltsam – weil es mich ja selber nicht betrifft!
Ich erfahre in diesem Polit-Thriller so manches über die orangefarbene Revolution auf dem Maidan-Platz in Kiew. Das geht durchaus an der offiziellen Berichterstattung des „Westens“ vorbei – bewiesen ist damit allerdings noch nichts.
Deutlich hat damals der weißrussische Autoren-Filmer Sergej Loznitsa mit seinem Dokumentarfilm „Maidan“ (2014) schon gezeigt, dass bei dieser Revolution in der Ukraine die Gewalt nicht nur von der Staatsmacht ausgegangen ist.
Kurzum: „Der Magier im Kreml“ ist gut gemachtes US-Politkino. Und, bietet so manche Anregung, über die aktuelle Lage im Ukraine-Konflikt zu diskutieren.
Thomas Bohne
Der Magier im Kreml
Originaltitel: Le Mage du Kremlin / Alternativtitel: The Wizard of the Kremlin
Produktion: USA/Großbritannien/Frankreich 2025
Regie: Olivier Assayas
Mit: Paul Dano (Wadim Baranow) · Jeffrey Wright (Rowland) · Jude Law (Wladimir Putin)
Kamera: Yorick Le Saux
Länge: 152 Minuten
Kinostart: 09.04.2026

Fotonachweis ©: Constantin Film Distribution,
Constantin Film Distribution, Carole Bethuel