Medientipp – Zwölf Uhr mittags: über 70 Jahre alter Schwarz-Weiß-Western, der immer noch spannend unterhält

(bis 21.07.26 in der arte-Mediathek)

Um 1870: Am Tag seiner Hochzeit wird ein US-Marshal zu einer Gewissensentscheidung gezwungen: Ein Gangster, den er vor Jahren ins Gefängnis brachte, dürstet nach Rache und soll mit dem Mittagszug eintreffen. Die feigen Bewohner der Stadt raten dem Marshal, sich in Sicherheit zu bringen. Seine Braut, eine Quäkerin, verabscheut Gewalt und will ihren Mann verlassen, falls er sich der selbstmörderischen Auseinandersetzung stellen sollte. Dennoch kann er im Alleingang seinen Widersacher und dessen Komplizen zur Strecke bringen.

Zinnemanns “psychologischer” Western bereicherte das Genre nicht nur um neue dramaturgische Raffinessen (die Einheit von Ort und Zeit ist virtuos zur Spannungssteigerung genutzt) und um den damals noch ungewohnten Typus des “gebrochenen” Helden, der an seinem Auftrag zweifelt, sondern verschärfte auch die moralischen Aspekte der Fabel.

Über seinen filmhistorischen Wert hinaus stellt der populärste und meistausgezeichnete Film der 50er Jahre eine bittere Abrechnung mit der McCarthy-Ära dar. Der Drehbuchautor Carl Foreman war 1951 auf die “Schwarze Liste” des Kommunistenjägers geraten und hat in dem Stoff eigene Erfahrungen verarbeitet.

– Sehenswert ab 16. (FILMDIENST)

 

ORIGINALTITEL: HIGH NOON
PRODUKTIONSLAND: USA 1952
REGIE: Fred Zinnemann
MUSIK: Dimitri Tiomkin
MIT: Gary Cooper (Will Kane) · Grace Kelly (Amy Kane) · Thomas Mitchell (Jonas Henderson) · Lloyd Bridges (Harvey Pell) · Katy Jurado (Helen Ramirez)
LÄNGE: 85 Minuten
BIS: 21.07. 26 in der arte-Mediathek

 

Szenenbild aus “Zwölf Uhr mittags” (© Paramount Pictures)