Etwas ganz Besonderes – ein Spielfilm über eine Jugendliche und ihr familiäres Umfeld, die sich gar nicht „besonders“ fühlt (Katholischer Kinotipp)

Eine 16-jährige Jugendliche aus der thüringischen Provinzstadt Greiz wird wegen ihres Gesangstalents zu einer Castingshow eingeladen. Ihre Familie, die sich an mehreren Ecken gerade in Auflösung befindet, unterstützt die Heranwachsende. Als im Rahmen der Show der Wunsch nach einer „Homestory“ auftaucht, wird er zum Auslöser für existenzielle Fragen nach Selbstbildern und Lebensentwürfen. Ein weitläufiges, mehrgenerationelles Familienpanorama mit einer Vielzahl an Themen von Generationenkonflikten über die deutsch-deutsche Geschichte bis hin zum Rechtsruck in der Provinz. Das Geschehen wird mit großer Nähe und einem beiläufigen Naturalismus eingefangen, der sich in seiner Fülle an Mikrobeobachtungen mit der Zeit jedoch ein wenig erschöpft. – Ab 14.(FILMDIENST)

Empfehlung: Katholischer Kinotipp

 

IMAGO/Seeliger, Pandora Film
PRODUKTION: Deutschland 2026
REGIE: Eva Trobisch
BUCH: Eva Trobisch
KAMERA: Adrian Campean
MUSIK: Teho Teardo
MIT: Frida Hornemann (Lea) · Max Riemelt (Matze) · Eva Löbau (Kati) · Rahel Ohm (Christel) · Peter René Lüdicke (Friedrich)
LÄNGE: 116 Minuten
KINOSTART: 09.07.2026
EMPFEHLUNG: Katholischer Kinotipp
AUSZEICHNUNG: Berlinale 2026 (Wettbewerb)

 

Bild: Filmbild, Fotonachweis ©: Adrian Campean/Trimafilm, IMAGO/Future Image

Aus der Kinotipp-Jury

Man muss sehr genau hinschauen, dass man den Ort Greiz entdeckt. Ein Kaleidoskop ostdeutscher-deutscher Befindlichkeit. Die Farben sind „warm“. besonders die Naturaufnahmen habe ich als sehr wohltuend „erlebt“. Und bei aller Problematik/Problematiken hat der Film auch was Unterhaltsames und Hoffnungsvolles.

Keine klassische Storyline und genau deshalb so interessant. Für mich ist “Etwas ganz Besonderes” ein Kaleidoskop an Perspektiven und Biografien, das sich Widersprüche, Wunderliches, Anrührendes und Offenes erlaubt. Ein Film, der genau hinschaut und nicht dem Versuch erliegt, Alles interpretieren oder deuten zu müssen.

Für mich war es einer der stärksten Beiträge im Wettbewerb (der Berlinale). Er spricht mit großer Gelassenheit viele aktuelle Problem unserer Gesellschaft an – Medienphänomene wie Casting-Shows, Generationenprobleme, Patchworkfamilien, ökonomische Probleme, Arbeitswelt, Neuanfänge und nicht zuletzt die besondere Lage in den “neuen” Bundesländern.

Ein starker und ehrlicher Film mit souveränem Ensemble und komplexer Story, die am Ende auch noch Fragezeichen offen lässt und trotzdem plausibel und stringent erzählt wird.

Besonders beeindruckend ist, wie selbstverständlich und organisch die vielen Handlungsstränge ineinandergreifen. Der Film verzichtet auf einfache Schuldzuweisungen oder klare Urteile. Stattdessen zeigt er, dass Menschen gleichzeitig verständnisvoll und verletzend, liebevoll und egoistisch sein können.

Bild:Plakat, Fotonachweis ©: Adrian Campean/Trimafilm,
IMAGO/Future Image