Heilige Schrift – gewaltsamer Aktionismus gefährdet Unschuldige

„In jener Zeit
erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Mann,
der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Leute schliefen,
kam sein Feind,
säte Unkraut unter den Weizen
und ging wieder weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten,
kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte.“
(Mt 13, 24-26,28b-30a)

Unkraut, Unkraut jäten – wer die Gartenarbeit pflegt, kennt auch diese Begriffe.

Einfach ist es, wenn das Unkraut gut sichtbar steht und man es von der übrigen Pflanzenwelt gut unterscheiden kann und dann auch separat entfernen kann.

Schwieriger wird es, wenn beim Rausreißen des Unkrautes auch die „gute“ Pflanzung in Gefahr ist.

Und um nichts anderes geht es in diesem Gleichnis und dieser Bibelstelle:
Jesus überträgt das auf die Welt der Menschen. „Lasst beides wachsen“ (Mt 13,30a) – ist sein Rat. Habt Geduld!

Unschuldige durch einen übertriebenen Aktionismus zu schaden, will er vermeiden.
„Gott lässt seine Sonne scheinen über Gerechten und Ungerechten“ (Mt 5,45) heißt es an einer anderen Stelle im Matthäus-Evangelium.

Das wäre auch ein Rat gegen jede Form von Gewaltanwendung.

Denn durch Gewalt – körperliche oder kriegerische – sind meistens auch Unschuldige in Gefahr.

Thomas Bohne