Kinotipp: Mit der Faust in die Welt schlagen – „Ostanalyse“ als Familiendrama

In der ostsächsischen Provinz bekommt eine vierköpfige Familie nach der Jahrtausendwende die Folgen der neuen kapitalistischen Gesellschaftsform zu spüren. Obwohl sie sozial zunächst aufsteigt, folgen bald zunehmende Spannungen, Entfremdung und ein Auseinanderbrechen. Die beiden jungen Söhne erleben die Wandlungen besonders hautnah und werden anfällig für rechtes Gedankengut. Das packende Gesellschaftsporträt handelt subtil von den Umbrüchen in ostdeutschen Biografien und konzentriert sich auf die Befindlichkeiten der Menschen in den neuen Bundesländern, wobei er auch Enttäuschung und Radikalisierung nicht dämonisiert.
– Sehenswert ab 14

(FILMDIENST)

 

Filmbild: Mit der Faust in die Welt schlagen

Ich war beeindruckt, wie hier eher nebensächlich Ausländerfeindlichkeit und Orientierungslosigkeit gezeigt wird. Auch liefert der Film sehr nachdrücklich einen Beitrag, warum gerade auf dem Lande rechtes Gedankengut „wachsen“ kann.

Eben dann, wenn nichts anderes mehr angeboten wird und der Halt nur noch in rechten Cliquen möglich ist.
Manches was im „ausgedünnten“ ostdeutschen Land grade abläuft, wird durch diese kleine Familien- und Brüdergeschichte emotional nachvollziehbar.

Sicherlich, der Film lässt vieles weg und verengt auch manches.
Für mich trotzdem sehr empfehlenswert.

THOMAS BOHNE

 

Mit der Faust in die Welt schlagen
PRODUKTION: Deutschland 2024
REGIE: Constanze Klaue
DARSTELLER: Anton Franke (Philipp Zschornack) · Camille Moltzen (Tobias Zschornack) · Anja Schneider (Mutter Sabine) · Christian Näthe (Vater Stefan) · Swetlana Schönfeld (Oma)
LÄNGE: 111 Minuten
KINOSTART: 03.04.2025
PÄDAGOGISCHE EMPFEHLUNG: Katholischer Kinotipp

 

Plakat: Mit der Faust in die Welt schlagen