Eine erfolgreiche Dirigentin und ihr Partner wünschen sich ein Kind. Eine Privatklinik für Fruchtbarkeitsbehandlungen lässt diesen Wunsch mit einem neuen, experimentellen Verfahren endlich wahrwerden. Bei der Geburt des Kindes kommt es aber zu Komplikationen. Das Neugeborene muss wegen Sauerstoffmangel in die Neonatologie. Als es schließlich gesund in den Arm der Mutter zurückkehrt, spürt die eine unerklärliche Distanz zum Kind. Der zwischen Drama und Horrorfilm changierende Film macht die Elternzeit zum Schreckenserlebnis und bringt Babyalltag, das Gesellschaftsbild der Mutter und Genretopoi geschickt zusammen. Dabei verbleibt er im Raum der bürgerlichen Lebensrealitäten, ohne diesen allzu weit in Richtung der Fantastik verlassen zu wollen. – Ab 16. (FILMDIENST)
Empfehlung: Katholischer Kinotipp

Fotonachweis ©: Freibeuter Film, FreibeuterFilm
ORIGINAL-TITEL: Mother’s Baby
PRODUKTION: Österreich/Schweiz/Deutschland 2025
REGIE: Johanna Moder
MIT: Marie Leuenberger (Julia) · Hans Löw (Georg) · Claes Bang (Dr. Vilfort) · Julia Franz Richter (Gerlinde) · Nina Fog (Renata)
LÄNGE: 108 Minuten
KINOSTART: 15.01.2026
Stimmen aus der Kinotipp-Jury
Mit Mother’s Baby gelingt Johanna Moder ein leises, aber zunehmend beklemmendes Psychodrama, das seine größte Stärke aus der schauspielerischen Präsenz seiner Hauptdarstellerin bezieht. Marie Leuenberger trägt den Film nahezu allein – und tut dies mit einer Intensität und Genauigkeit, die tief unter die Haut geht.
Gnadenlos seziert er die heutigen Erwartungen an Rollen- und Familienbilder und damit an das jeweilige Agieren in diesen gesellschaftlichen Räumen. Er erzählt vom Eltern-Werden und damit vom Verlust aller bisherigen Gewissheiten. Besonders für die Mutter ist die Irritation grundlegend und erschütternd. Der Film bleibt beunruhigend offen.
Der Film hat mich bei der Berlinale gepackt, nachher intensiv diskutiert, einige Bilder (der Axolotl im Aquarium, die Zuchtstation in der Kinderwunschklinik, der zu freundliche Doktor) hallen lange nach. Gutes, intelligentes deutsches Genrekino.
Formal kommt MOTHER‘s BABY wie ein Krimi und später wie ein Since-Fiction daher. Dann endet der Film dort, wo solche Filme eigentlich anfangen. Spannend ist das Ganze bis zum Schluss.

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