Große Künstler sind nicht automatisch große Menschen. Das muss Astrid (Valérie Donzelli) ganz schnell begreifen, wenn sie einen großen Wunsch Ihres verstorbenen Vaters umsetzen will:
Vier Stradivari-Instrumente sollen zusammengebracht werden, gespielt von erstklassigen Musikerinnen und Musikern ihres Fachs – doch die verstehen sich nicht. Besser gesagt, sie verstehen nur sich selbst und selbst das scheint manchmal schwierig.
Dann versucht Astrid – ebenfalls dem Wunsch ihres Vaters gehorchend – den Komponisten des zu spielenden Stückes Charlie Beaumont (Frédéric Pierrot) zu holen, damit er schlichtet und zusammenfügt, was gerade getrennt ist. Aber der will nicht – weil diese Komposition ihm schon lange nicht mehr gefällt – aber dann doch. Das Problem bei ihm, auch er ist Künstler und recht individuell.
Doch im Unterschied zur berühmten Quartett-Besatzung holt Charlie die Streitenden immer wieder zurück und fügt sie wieder zusammen.

Was nun in den 100 Filmminuten dieser französischen Produktion aus dem Jahre 2025 abläuft, ist Drama und Komödie zugleich. Aber „Der Klang der Stradivari“ erweist sich auch als Lehrstück über das Musizieren und das Komponieren. Und wenn es mir als Zuschauender zu kompliziert erschien, wurde es wieder mal turbulent zwischen den Beteiligten und ich blieb dran am Film.
Die Kamera lieferte dazu weiche Bilder in kunstvoll und detailliert ausgestalteten Räumen – da habe ich gern hingeschaut und mich der beruhigenden Atmosphäre der Bilder ausgesetzt.
Ein großer Genuss ist auch der Ton – so wurde für den Film ein eigener Musik-Score geschaffen, auch wenn für einen kurzen Moment vertraute Vivaldi-Klänge zu hören waren.
„Der Klang der Stradivari“ ist bereits im französischen Fernsehen gelaufen, nachdem der Film im Mai des letzten Jahres in den französischen Kinos zu sehen war.
Nun kommt er in die deutschen Kinos – quasi als Sommerfilm – das sollte man nicht verpassen.
Thomas Bohne
Der Klang der Stradivari
Produktion: Frankreich 2025
Regie und Buch: Grégory Magne
Kamera: Pierre Cottereau
Musik: Grégoire Hetzel
Kinostart: 6.8.2026
Mit: Valérie Donzelli (Astrid Carlson) und Frédéric Pierrot (Charlie Beaumont) ·
Länge: 102 Minuten
