Ein iranischer Automechaniker glaubt in einem Mann mit einer Beinprothese einen brutalen Wächter aus dem Gefängnis wiederzuerkennen und will ihn aus Rache lebendig begraben.
Um sicherzugehen, dass es auch wirklich sein Peiniger ist, entführt er den Mann und klappert mit ihm andere ehemalige Mitgefangene ab.
Auf der Fahrt kreuz und quer durch Teheran entspinnen sich erbitterte moralische Auseinandersetzungen über Gewalt, Vergeltung und Gerechtigkeit, die durch brenzlige Situationen, dezenten Humor und kuriose Wendungen aufgebrochen werden.
Ein ebenso furioser wie grotesker Rachethriller, der immer wieder von Fragen nach der Menschlichkeit unterwandert wird.
– Ab 16. (FILMDIENST)
Empfehlung: Kinotipp der Katholischen Filmkritik
Drama
Frankreich/Luxemburg 2025
104 Minuten
Regie: Jafar Panahi

Stimmen aus der Kinotipp-Jury:
“Für den Film sprechen vor allem die äußeren Umstände, unter denen er entstand, das persönliche Schicksal des Regisseurs, der nach Haft und Folter (bei der ihm die Augen verbunden waren), wieder ein wenig Freiheit erlangt hat und sogar nach Cannes reisen durfte. Vor allem spricht aus dem Film die ungeheure Wut auf ein willkürlich-diktatorisches Regime. Diese Wut findet im Film durch Plansequenzen, Figuren und emotionale Szenen einen guten Ausdruck.”
“Jeder versucht, zu ergattern was geht – und tut dies ohne jedes schlechte Gewissen. Kurzum. für mich ein klarer Kinotipp.”
“Mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, bestätigt Jafar Panahi mit Nur ein Unfall eindrucksvoll seinen Rang als einer der präzisesten politischen Autorenfilmer der Gegenwart. Ausgehend von einem scheinbar banalen Autounfall entfaltet der Film ein moralisches Kammerspiel, das sich zunehmend zu einer bitteren Parabel über Schuld, Erinnerung und Gerechtigkeit verdichtet.”
