Leipzig-Premiere des Dokumentarfilms „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ – mit Regina Schilling als „gut aufgelegter“ Regisseurin

Es war „heiß“ und noch dazu kein „heißer“ Film am 25. Juni 2026 in Leipzig – und trotzdem war der große Saal in den Passage-Kinos gut gefüllt.

Grund: Die Leipzig-Premiere von „Ingeborg Bachmann – jemand, der einmal ich war“.
Als Stargast eingeladen und gekommen, die Dokumentarfilm-Regisseurin Regina Schilling, die quasi ihr neuestes Werk „in Persona“ vorstellte.

Als erfahrene Moderatorin stand ihr dabei die Leiterin der „Passage Kinos Leipzig“, Hannah Süß, zur Seite.

Bild: Theaterleiterin Hannah Süß im Gespräch mit Regisseurin Regina Schilling

Doch zunächst gab es nach einer kurzen Vorstellung und dem Hinweis auf ein anschließendes Filmgespräch den Film „Ingeborg Bachmann – jemand, der einmal ich war“ in voller Länge zu sehen. Und das höchst Sympathische dabei – im wunderbar klimatisierten Kinosaal. Da machte die dokumentarische Zeitreise in einen Abschnitt deutsch-österreichischer Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts durchaus Freude.

Und anschließend das Gespräch, bei dem Regina Schilling auch manch Persönliches durchblicken ließ – beispielsweise, dass sie in den 80-iger Jahren eher „feministisch“ orientiert war. Aktuell erwies sie sich im Kinosaal gegenüber männlichen Fragestellern als recht auskunftsfreudig: Dem einen Fragesteller rief sie charmant noch hinterher als er gerade dabei war das Kino aus Termingründen – wie er angekündigt hatte – zu verlassen.

Über den Film sagte Regina Schilling, dass es ihr nicht um ein genau ausstaffiertes Setting der römischen Wohnung von damals ging, in der Ingeborg Bachmann bis 1973 – kurz vor ihrem Tod – lebte.

Sondern ihr als Regisseurin war eine assoziative Herangehensweise an Ingeborg Bachmann wichtig – ebenso der Schauspielerin Sandra Hüller, die Ingeborg Bachmann nicht „klassisch“ spielt (auch nicht spielen wollte).

So ging es im Kino munter hin und her.
Die meisten Fragen aus dem Publikum waren Verständnisfragen.

Etwa: „Um was ging es denn da bei dem Anruf im Film?“, eine richtige Auflösung gabs im Film nicht, auch nicht von der Regisseurin. War auch nicht wichtig, vieles erwies sich als eine Art Streiflicht zum Leben dieser Ingeborg Bachmann, die grade mal 47 Jahre alt wurde und jetzt zum Kinostart von „Ingeborg Bachmann – jemand, der einmal ich war“ 100 Jahre alt geworden wäre.

Thomas Bohne

 

Bild: Plakatierung der Leipzig-Premiere
„Ingeborg Bachmann-Jemand, der einmal ich war“ vor den Passage-Kinos Leipzig