SECHSWOCHENAMT – ein kleiner Film zu einem großen Thema

Eine 25-Jährige hat ihr Studium unterbrochen, um ihrer krebskranken Mutter in den letzten Tagen beistehen zu können. Nach deren Tod muss die junge Frau die Beisetzung allein organisieren, da der Rest der Familie zwar nicht mit Ratschlägen spart, sich bei der Frage nach Mithilfe aber wegduckt. Die Einschränkungen während des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 kommen als zusätzliche Erschwernis hinzu, den Abschied im Sinne der Verstorbenen zu gestalten. Ein autobiographisch grundiertes und entsprechend detailgenaues, konzentriertes Drama um eine auf sich allein gestellte Protagonistin, die gegen Widerstände und die eigene Überforderung mit der Trauer zu kämpfen hat. Über eine phänomenale Hauptdarstellerin und die geschickte Rückbindung des persönlichen Ausnahmezustandes an die Corona-Zeit nähert sich der Film vielschichtig dem menschlichen Umgang mit dem Tod an. – Sehenswert ab 14.

 

PRODUKTION: Deutschland 2025
REGIE: Jacqueline Jansen
MIT: Magdalena Laubisch (Lore) · Gerta Gormanns (Omma Inge) · Lola Klamroth (Sophie) · Suzanne Ziellenbach (Martha) · Olga Prokot (Sarah)
LÄNGE: 103 Minuten
KINOSTART: 18.06.2026
EMPFEHLUNG: Katholischer Kinotipp

 

Bild: SECHSWOCHENAMT- Filmbild-Kinotipp, Fotonachweis ©: Christian Hellinge/Piffl Medien/Filmweh, IMAGO / Future Image, Piffl Medien/Filmweh, Markus Ott

Aus der Kinotipp-Jury:

SECHSWOCHENAMT erweist sich als schonungslose Abrechnung mit unserer Wohlstandskultur, die auf die Frage des Sterbens und Todes keine Antwort weiß, nicht mal die Kirche.

Magdalena Laubisch überzeugt mit ihrer intensiven Darstellung der Hauptfigur, die Trauer, Verstehen, Entscheiden, Handeln direkt vermittelt. Ihr Agieren vor der Kamera ist überzeugend, direkt und ein starker Kontrast zu den Nebenfiguren, die zumeist als karikaturhafte Zuspitzungen erscheinen.

„Sechswochenamt“ hat mich vor allem deshalb getroffen, weil der Film gar nicht erst versucht, größer zu wirken, als er ist. Man spürt diese absolute Low-Budget-Produktion in fast jeder Einstellung — aber nicht als Mangel, sondern als eigentümliche Stärke.

Der autobiografische Ursprung des persönlichen Erlebnisses (der Tod der eigenen Mutter im Covid-Lockdown) könnte ein Grund für die Unmittelbarkeit des dargestellten Trauerprozesses in Verbindung mit Einsamkeit und Überforderung sein. Diese Unmittelbarkeit überträgt sich auch durch die Dialekt sprechenden Laiendarsteller auf die Zuschauenden.

 

Bild: SECHSWOCHENAMT-Plakat, Fotonachweis ©: Christian Hellinge/Piffl Medien/Filmweh, IMAGO / Future Image, Piffl Medien/Filmweh, Markus Ott